ABZ Bau Geradstetten für drei Millionen Euro modernisiert Verband kritisiert Kürzung der Landeszuschüsse

Geradstetten, 03.09.2008: Mit dem Start in das neue Ausbildungsjahr kann das Ausbildungszentrum Bau Geradstetten und sein angeschlossenes Lehrlings¬internat mit einer umfangreichen Modernisierung seiner Innenräume aufwarten. Nach nunmehr zwei Jahren wurden die vielfältigen Sanierungsarbeiten, die bereits im Sommer 2006 begonnen haben, in den vergangenen Wochen abgeschlossen. Während dieser Zeit hat der Fachverband Bau Württemberg insgesamt rund drei Millionen Euro investiert, um das zweitgrößte seiner fünf überbetrieblichen Ausbildungszentren modernen Ausstattungsstandards anzupassen. Erneuert wurde neben den sanitären Anlagen im Internat und in den Werkstätten insbesondere die Inneneinrichtung der Lehrlingsunterkünfte. Teilmodernisierungen gab es außerdem im Speisesaal, der Großküche, den Lehrsälen, im Treppenhaus, an den Balkonen und im Eingangsbereich des Ausbildungszentrums.

In Zukunft können sich die Baulehrlinge, die während ihrer mehrwöchigen überbetrieblichen Ausbildung im Ausbildungszentrum Geradstetten übernachten, über komplett neue Möbel und erstmals eigene Duschen auf ihren Internatszimmern freuen. Das Internat verfügt damit über insgesamt 147 Übernachtungsbetten. Zentrumsleiter Martin Kleemann ist nach den Umgestaltungsmaßnahmen zu Recht stolz auf das moderne Erscheinungsbild seines Ausbildungszentrums: „Wir wollen, dass sich die Auszubildenden in unserem Haus wohl fühlen. Deshalb haben wir Wert auf eine ansprechende und funktionale Ausstattung gelegt. Ich hoffe, dass sich dies auch auf die Motivation und den Lerneifer der Jugendlichen überträgt.“

Von der Gesamtinvestitionssumme hat der Fachverband Bau Württemberg außerdem rund eine Million Euro für den modernen Brandschutz seines Ausbildungszentrums aufgewendet. So wurde beispielsweise eine neue Brandmeldeanlage installiert sowie ein spezieller Fluchttreppenturm gebaut. Der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes, Dieter Diener, kritisiert in diesem Zusammenhang die stark gekürzten Zuschüsse des Landes für Investitionen in den baden-württembergischen Ausbildungseinrichtungen. Dadurch müsse der Verband die erheblichen Sanierungskosten in Millionenhöhe erstmals völlig allein schultern, was ein außerordentlich großer Kraftakt sei.

Heinrich Holch, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Berufsförderungsgesell-schaft der Württembergischen Bauwirtschaft, unter deren Regie das ABZ Bau in Geradstetten betrieben wird, sieht in den umfangreichen Modernisierungs-maßnahmen eine wichtige Investition in die Zukunft: „Moderne Ausbildungs-einrichtungen mit ihren entsprechenden Lern- und Freizeitmöglichkeiten sind schließlich das Fundament, um nachhaltig qualifizierte Nachwuchskräfte für die Bauwirtschaft heranzubilden. Unserer Branche wird permanent mit neuen Techniken, Materialien und Bauabläufen konfrontiert. Die Anforderungen steigen deshalb stetig und diesen Herausforderungen müssen wir uns bereits in der Ausbildung stellen.“

Im überbetrieblichen Ausbildungszentrum Geradstetten werden pro Jahr rund 700 Straßenbauer, Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer sowie Baugeräteführer ausgebildet. Zusätzlich zu ihrer betrieblichen Ausbildung bekommen die Lehrlinge hier wichtige theoretische und praktische Kenntnisse für den späteren Baustelleneinsatz vermittelt. Heinrich Holch weist darauf hin, dass die Straßenbauer mit einem Anteil von gut 300 Lehrlingen die größte Ausbildungsgruppe darstellen. Damit gehört das ABZ Geradstetten bundesweit zu den wichtigsten Ausbildungszentren für diesen Bauberuf.