Hartgestein-Gripper-Tunnelbohrmaschinen

Vier Herrenknecht-Gripper-Tunnelbohrmaschinen (TBM) bohren und sichern mehr als 85 km der 2-mal 57 Kilometer langen Hauptröhren des Gotthard-Basistunnels. Gripper-Tunnelbohrmaschinen sind Spezialisten für soliden Fels.

Vortrieb: Mit zwei Grippern verspannen sich die TBMs links und rechts gegen den Fels. Vortriebszylinder schieben die TBM nach vorne.

Tunneldurchbruch


Steuerung: Rechter und linker Gripper sind einzeln regulierbar. So kann die TBM Kurven bewältigen.

Bohren: Die Schneidrollen auf dem rotierenden Bohrkopf werden mit massivem Anpressdruck gegen den Fels gepresst. Sie brechen untertassengroße Brocken aus dem Fels.

Abraumtransport: Durch Öffnungen im Bohrkopf gelangt der Abraum auf ein Förderband, das ihn abtransportiert.

Sicherung: Direkt hinter dem Bohrkopfschild werden mit den Ankerbohrgeräten mehrere Meter lange Löcher gebohrt, um Stahlanker zur Felssicherung einzubringen. Zusätzlich werden (je nach geologischen Erfordernissen) Stahlringe, -bögen und -matten zur Felssicherung eingebaut. Ein Spritzbetonroboter rotiert um die Längsachse der TBM und bringt eine abschließende Felssicherung auf.

Nachläufer: Über den hinteren Teil der Maschine, den Nachläufer, erfolgt der Antransport von Material und der Abtransport des abgebauten Gesteins.

GOTTHARD-TUNNEL – Gestern, heute und morgen

Seit mehr als drei Jahrhunderten wird das Gotthard-Massiv durchlöchert. Der Gotthard-Basistunel ist der längste Tunnel weltweit: ein Jahrhundertprojekt.

1707: Der Tessiner Baumeister Morettini hackt und sprengt eine 64 m lange Röhre durch den Chilchberg – das sogenannte „Urnerloch“.

1872: Der Bau des ersten Eisenbahntunnels durch den Gotthard beginnt unter Leitung des Schweizer Ingenieurs Louis Favre.

1880: Am 29. Februar gelingt der Durchbruch – mit für die damalige Zeit beeindruckender Präzision.

1882: Der mit 15 km damals längste Eisenbahntunnel der Welt geht in Betrieb.

1969: Der Bau des ersten Straßentunnels durch den Gotthard beginnt.

1980: Der erste Straßentunnel wird für den Verkehr geöffnet und verbindet ebenfalls Göschenen mit Airolo.

1993: Start der Sondierbohrungen an der Piora-Mulde.

1996: In Sedrun beginnen die ersten Vorbereitungs- und Sondierungsarbeiten für den Gotthard-Basistunnel.

1998: Schweizer Bundesbeschluss zur Finanzierung der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).

1999: Start der Schachtarbeiten in Sedrun mit der ersten Sprengung.

2001: Vergabe der ersten Maschinenaufträge an Herrenknecht.

2003: Start der Tunnelvortriebe mit den vier Herrenknecht-Gripper-TBM.

2006: Die Herrenknecht-TBM auf den Nord- und Südabschnitten des Basistunnels erreichen ihr erstes Ziel – teilweise bis zu 9 Monate vor dem Zeitplan.

2008: Die gefürchtete Piora-Mulde wird von der S-210 erfolgreich durchfahren.

2009: Erfolgreicher Abschluss der maschinellen Vortriebe im Norden.

15. Oktober 2010: Hauptdurchschlag des Gotthard-Basistunnels in der Oströhre zwischen Sedrun und Faido.

2017: Vorgesehene Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels – des Herzstücks der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale.