Putzmeister Concrete Pumps GmbH

Das 24-Stunden-Pumpen von Neufahrn: Großmast-Team betoniert am Autobahnkreuz

Zwei Großmastbetonpumpen haben sich am Morgen des 4. August am Neufahrner Autobahnkreuz nördlich von München eingefunden, eine M 58-5 von Berger Beton und eine M 62-6 des BFM Betonförderdienst München.

Ein sonniger, beinahe schon herbstlicher Tag kündigt sich an mit diesiger, milder Luft und vereinzelten tiefen Wolkenfetzen. Das Wetter wird schön bleiben – ideal für die geplante 24 Stunden Betonage, die heute stattfinden wird. Man merkt, die Männer auf der Baustelle sind gut gelaunt – beste Voraussetzung bei diesem frühen Arbeitsbeginn und der anspruchsvollen Aufgabe, die vor ihnen liegt.

Engstelle Neufahrner Kreuz
Was von oben betrachtet wie ein flach gepresstes vierblättriges Kleeblatt wirkt, ist dem heutigen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Zwei Bundesautobahnen kreuzen sich am Neufahrner Kreuz, die A 9 und die A 92. Die A 9 ist mit dem Autobahnring München (A 99) und der A 8 Ulm – München – Salzburg der wichtigste Nord-Süd-Verkehrsweg, insbesondere für den in- und ausländischen Wirtschafts- und Ferienreiseverkehr. Die A 92 verbindet die Landeshauptstadt München mit ihrem Flughafen und ist zudem wichtig für den osteuropäischen Verkehr. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen vom Flughafen ausgehend nach München beträgt derzeit etwa 24.000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Im Jahr 2020 ist nach der Prognose von einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsbelastung von ungefähr 38.000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden auszugehen. Das wären im Schnitt schon fast 1.600 Fahrzeuge pro Stunde – ganz abgesehen von den Stoßzeiten – die über das AK Neufahrn rollen.

Großräumiger Umbau notwendig
Angesichts dieser Prognose ist eine zügige Verbindung über das bestehende Autobahnkreuz nur über eine Direktrampe möglich. Die bisherige einspurige Abfahrt über einen Quadranten des „Kleeblatts“ wird komplett ersetzt werden von einem sogenannten „Overfly“, der eine zweispurige Fahrbahn von der A 92 in die A 9 nach Süden leitet. Auftraggeber ist die Autobahndirektion Südbayern, Auftragnehmer die Firma Hentschke Bau GmbH aus Bautzen. Die Bauarbeiten am AK Neufahrn hatten im April 2009 begonnen mit dem Umbau einer Verbindungsrampe und den für den Brückenneubau notwendigen Vorschüttungen mit 110.000 Kubikmeter angeliefertem Boden. Im Jahr 2010 finden umfangreiche Erd- und Deckenbauarbeiten, sowie Brückenbauarbeiten im gesamten Bereich des AK Neufahrn statt. Ende 2011 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Overfly in zwei Abschnitten betoniert
Zurück zur Betonage am „Overfly“: Dipl.-Ing. Felix Raschke, der Bauleiter vor Ort, erklärt: „Heute betonieren wir Abschnitt 1 des „Overfly“. Das ist die längere Strecke mit 120 m. Mit dem Rohbau haben wir im Februar dieses Jahres begonnen, die Bauarbeiten gehen bis Oktober. Danach kommt Abschnitt 2 dran, das ist die Teilstrecke mit 80 m Länge.“ Den Gerüstbau hätten sie nur nachts durchführen können, antwortet er auf die Frage nach den Besonderheiten dieser Autobahnbaustelle. Eine Vollsperrung der Autobahn sei dafür zwingend nötig gewesen, und hier gelte die strikte Einhaltung der Sperrzeiten.

Um 6:00 Uhr war Betonierbeginn. Die beiden Autobetonpumpen stehen voll abgestützt jeweils am Fuß eines Bauwerkpfeilers innerhalb eines der nördlichen Kleeblatt-Quadranten des Autobahnkreuzes. Von hier pumpen sie Beton an die Einbringstellen der ca. 12 m hohen Brücke. Der Verkehr fließt währenddessen ungehindert auf den Kreisbahnen der Abfahrten und unter dem Bauwerk hindurch.

Betonage

Mitten auf der Autobahn und trotzdem sicher: Die Betonage erfolgt in aller Ruhe, während der Verkehr ungehindert unter der Brückenbaustelle fließen kann. Das Foto zeigt den M 58-5 auf der nordöstlichen Rampe. (FotoPutzmeister Concrete Pumps GmbH)


Die Endschläuche der beiden Maste und mit ihnen auch die Maschinisten jeder Betonpumpe haben sich zu Beginn etwa in der Mitte des Brückenbauwerks getroffen. Von dort arbeiten sie sich jeweils nach außen. Die Reichweite der Großmaste wird dabei voll ausgenutzt. Die hohe Flexibilität der 6- bzw. 5-armigen Maste waren für die Geschäftsführer von BFM und Berger wichtige Kriterien, als die Entscheidung für einen neuen Großmast anstand. Zusammen mit der feinfühligen Ergonic® Steuerung spielen die beiden Maste bei einem Einsatz wie diesem ihre Vorteile voll aus.

Der M 62-6 von BFM und der M 58-5 von Berger Beton sind bayernweit die Pumpen mit den längsten Reichweiten. Beide Unternehmen gehören mit jeweils mehr als vierzig Betonpumpen im Fuhrpark zu den größten Dienstleistern im Freistaat.

Eingebaut wurden in 24 Stunden insgesamt ca. 2.000 m3 Beton C40/50 mit einer Druckfestigkeit von 42,5 N/mm2 (Expositionsklassen XC4, XD1, XF2). Das ist die Betonmenge für den gesamten Überbauquerschnitt des Abschnitts 1 mit Stegen und Fahrbahnplatten. Der komplette Überbau (Abschnitt 1 und 2) wird 3.400 m3 Beton beinhalten.

Damit letztlich der Verkehr komfortabel und sicher über die Fahrbahn rollen kann, erhält die fertige Betonoberfläche noch einen 8 cm dicken Gesamtaufbau. Der Beton wird zunächst grundiert und komplett mit Epoxidharz versiegelt, es folgt eine Bitumenschweißbahn (0,5 cm), dann eine Schutzschicht aus Gussasphalt mit 3,5 cm Dicke und abschließend als Fahrbahnoberfläche eine 4,0 cm Deckschicht aus Splittmastixasphalt.